Wenn Beatrice ihre Patientinnen zum ersten Mal trifft, ist deren Leid mit Händen zu greifen. Ihre Körper riechen nach Urin. Die Blicke voller Hoffnungslosigkeit. Verstossen von der Gesellschaft. Sogenannte Geburtsfisteln, jeweils durch Geburtskomplikationen verursacht, rauben Tausenden Frauen weltweit ihre Würde. Doch Beatrice kennt einen Weg zu Heilung und Hoffnung.
Das erste Mal, als ich Kulsum sah, werde ich nie vergessen. Gebeugt trat sie ein, der Geruch verriet sofort ihre Erkrankung. Unter Tränen erzählte sie ihre herzzerreissende Geschichte: Als Teenager lag sie vor über 20 Jahren tagelang in den Wehen, gebar ein totes Kind – und bemerkte danach, dass sie die Kontrolle über ihren Urin verloren hatte. Die Familie von ihrem Mann verstiess sie. Seitdem lebte sie bei ihren Eltern. Ohne Hoffnung. Auf Betteln angewiesen. Sie wird gemieden, kulturell als unrein beschimpft, sogar von Allah glaubt sie sich verstossen.
Für mich war sie an jenem Tag die Verkörperung von Elend und Verzweiflung. Doch ich wusste: Eine Operation kann heilen. Bei der Untersuchung entdeckte ich zusätzliche Schäden, die mich schaudern liessen. So bekam sie in einen Platz in einem Operationscamp, geleitet von einer der besten Fistelchirurginnen des Landes.
Kulsum brauchte viel Geduld, doch sie wurde gesund. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Aus einem Häufchen Elend wurde eine strahlende Frau. Nicht alle Patientinnen werden geheilt, doch alle erfahren Annahme und Fürsorge.
Während ihres Aufenthalts hörte Kulsum von Jesus, der ausgestossene Frauen liebt und annimmt. Später absolvierte sie unsere Ausbildung zu einer unserer Community Fistula Advocate. Nun hilft sie, versteckte Fistelpatientinnen zu finden und Familien aufzuklären – über frühe Heirat, fehlende Hilfe bei Geburtskomplikationen und zunehmende Fisteln nach unsachgemässen Operationen.
Seit 15 Jahren begleite ich Frauen wie Kulsum, lernte selbst einfache Fisteln zu operieren und bildete einheimische Gynäkologinnen aus. Ich bin stolz darauf zu sagen, dass eine inzwischen besser geworden ist als ich.
Jede einzelne Geschichte bewegt zutiefst. Es ist ein grosses Vorrecht, mitzuerleben, wie durch medizinische Hilfe und Gottes Gnade Frauen Würde, Gesundheit und Hoffnung zurückgewinnen.

SICH EINBRINGEN – FÜR MENSCHEN IN NOT
Diese SMG-Mitarbeiterin hat es gewagt: Als Ärztin ging sie dorthin, wo medizinische Hilfe fehlt. Sie lebt, was es heisst, Teil von Gottes Mission zu sein.
Gottes Reich wächst durch Menschen, die ihre Gaben teilen. Health Professionals wie ÄrztInnen, Medizinstudierende oder Hebammen machen vor Ort einen grossen Unterschied.
Angesprochen? Die SMG begleitet dich bei deinem medizinischen Kurz- oder Langzeiteinsatz: Lass dich rufen und senden.































