Hi, ich bin Rosina: 22 Jahre alt, Studentin an der PHSH in Ausbildung zur Primarlehrerin. Heute möchte ich euch über mein Abenteuer mit OMF in Asien erzählen.
Vor einigen Monaten stand ich mit zitternden Händen in der Schlange am Zürcher Flughafen und verabschiedete mich mit einem letzten Blick von meiner Heimat und meinem gewohnten Umfeld. Fünf Wochen voller Abenteuer in zwei komplett unterschiedlichen Ländern standen mir bevor – und ein Langstreckenflug ohne Schlaf. Die besten Voraussetzungen…
Ankunft in Thailand und OMF-Konferenz
Müde und aufgeregt trat ich aus dem Flugzeug – meine ersten Schritte in dieses ungewohnte, laute, farbige Land. Von einer befreundeten Familie abgeholt, fuhr ich zum ersten Mal durch ChiangMai zu einem schönen Resort, wo ich die nächsten Tage meinen Jetlag auskurieren sollte. Nebst dem vielen Schlafen erlebte ich während diesen Tagen viel Spannendes: Das erste Mal in einen thailändischen Supermarkt gehen, einen buddhistischen Tempel besichtigen, viele Gespräche mit Missionaren aus aller Welt führen und schöne Momente mit der befreundeten Familie geniessen.
Nach meiner kurzen Erholungszeit zog ich in ein Gebäude von OMF, wo ich mein Team kennenlernte. Zusammen bereiteten wir intensiv das Kinderprogramm für die bevorstehende Konferenz vor. Wir waren ein kunterbuntes, interkulturelles Team mit Mitgliedern aus Asien, Australien, Europa und Nordamerika. Die Vorbereitungen liefen gut voran und wir waren drei Tage nach Ankunft bereit, das Kinderprogramm an der OMF-Konferenz durchzuführen.
Dafür fuhren wir eine gute Stunde in Richtung Regenwald und kamen im Suan Boa Resort an, einem idyllischen Quartier mit verschiedenen Wohnhäusern, umrahmt von atemberaubender Natur. Auf uns warteten intensive, aber unglaublich spannende und schöne Tage, in denen wir die TCK (third culture kids) und ihre Familien besser kennenlernten und unseren Teil dazu beitrugen, dass die Konferenz problemlos ablaufen konnte. Nach vier erlebnisreichen Tagen wurde alles Material wieder zusammengepackt und los ging es zurück nach ChiangMai, wo sich nacheinander alle Familien verabschiedeten. Auch ich machte mich spät abends auf den Weg Richtung Flughafen, wo ich den nächsten Teil meiner Reise antreten sollte…
Ankunft in Taiwan und Homeschooling bei Missionarsfamilie
Angekommen am Flughafen hiess es warten, warten, warten und versuchen, nicht einzuschlafen: Mir stand nämlich ein Flug um 1 Uhr nachts bevor, in dem ich kaum Schlaf oder Ruhe finden konnte. Müde kam ich in Taipei, Taiwans Hauptstadt, an. Nicht nur körperlich war mir die Erschöpfung anzusehen. Auch emotional war ich unausgeglichen: War doch meine Zeit in Thailand mental gar noch nicht richtig abgeschlossen. Und nun musste ich mich nach zwei Wochen Thailand direkt wieder auf ein neues – so ganz anderes – Land und eine weitere Familie einlassen.
Trotz meiner anfänglichen Bedenken fand ich mich in dieser ungewohnten Umgebung schnell zurecht. Steffi, die Mutter der Familie, mit denen ich die nächsten drei Wochen verbrachte, holte mich bei der U-Bahn-Station ab und nahm mich mit zu ihnen nach Hause. Dort wurde ich von allen herzlich willkommen geheissen. Mit ihrem Mann und den Kindern kam ich schnell ins Gespräch und fühlte mich abends, nach der Ankunft in meiner Wohnung, bereits sehr wohl in diesem Land. Dieses Gefühl begleitete mich während der nächsten Wochen, in denen ich die Kinder der Familie unterrichtete, während Steffi und Chrigi ihre Sachen einpackten, um einen Monat später zurück in die Schweiz zu ziehen.
Nach dem Homeschooling am Morgen war mein «Arbeitstag» oft noch lange nicht fertig: Chrigi und ich machten viele Ausflüge mit den Kindern, wo sie mir Taipei zeigten. Die spannenden Gespräche über Kultur und Religion Taiwans blieben mir besonders stark in Erinnerung. An meinen freien Tagen war ich oft mit der Familie unterwegs. Wenn nicht, machte ich selbst Ausflüge mit der Metro in die äusseren Bezirke Taipeis oder Radtouren durch mir noch unbekannte Quartiere dieser grossen Stadt. Dabei lernte ich mehr über das Land und seine Bewohner – aber nicht zuletzt auch über mich und über Gottes wunderbare Schöpfung – kennen.
Als mich die Familie am Ende meiner Zeit in Asien zum Flughafen brachte und ich mich verabschiedet hatte, stand ich wieder mit zitternden Händen in der Schlange beim Sicherheitscheck. Diesmal nicht aus Angst vor zwei mir unbekannten Ländern, sondern aus Trauer, diese Zeit, die zwei Länder und all die Menschen, die mir ans Herz gewachsen waren, zurückzulassen. Mit einem letzten Blick zurück stieg ich ins Flugzeug ein. Ich setzte mich auf meinen Sitz und dankte Gott, dass er uns und diese Welt so wunderbar und einzigartig geschaffen hat.
Story von OMF.


































